Die Zeit, Marx und der Secret Service

Den Scherz der Woche leistete sich die Wochenzeitung DIE ZEIT. Als ich den Titel der Printausgabe sah – „Hatte Marx doch recht?“ – , hoffte ich zunächst, dass die alten Herren in Hamburg vielleicht tatsächlich ihren „Schirrmacher-Moment“ („Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat„) erlebt hatten. Führt man sich dann zu Gemüte, was zum Thema Marx im „Dossier“ und auf den Seiten des Wirtschaftsteils zusammengeschustert wurde, ist man freilich schnell eines Besseren belehrt. Ja, es grenzt schon an Satire, dass sich ausgerechnet Hans-Werner Sinn (!) und Wolfgang Kubicki (mit der Überschrift „Marx hätte Ceta gewollt“, sic!) über Marx auslassen dürfen. Das sog. „Dossier“ enthält schlicht eine Reportage über den „Rustbelt“ in den USA und neben Sinns Artikel ist der einzige, der sich wenigstens ein bisschen mit Theorie von Marx beschäftigt, Gero von Randow. Insgesamt wirft es ein traurig-bezeichnendes Schlaglicht auf den Zustand der Zeit-Redaktion, wenn man sich ernsthaft traut, hinter dieser Headline derart unpolitische Belanglosigkeiten zu versammeln.

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Da freut man sich doch, dass es Zeit-Herausgeber Josef Joffe, dank seines „Mord im Weißen Haus„-Kommentars nun auch auf Breitbart und den Schirm des Secret Service geschafft hat. Wir empfehlen: „Cool bleiben, Josef!“

(Oder wird ihm gar das Lachen über völkerrechtswidrige Kriege jetzt vergehen?)

 


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