Porsche frisst Hirn auf

Die Auszeichnung für konsequenteste Selbstbloßstellung der Woche geht heute an den Großjournalisten der Springerpresse, Ulf Poschardt. Zunächst veröffentlichte er einen offenen Brief an den türkischen Präsidenten Erdogan, der an Lächerlichkeit kaum zu überbieten ist – als ließe sich jemand wie Erdogan von einer derart geheuchelten Ranwanzerei eines Welt-Chefredakteurs auch nur im Geringsten beeindrucken. Entblöden ließ sich ebenfalls nicht der Chefredakteur der taz, Georg Löwisch, über Poschardts peinlichen Versuch zu schreiben, dass er „Respekt verdiene“.

Noch weitaus ekelhafter war dann allerdings Poschardts Kommentar zur ZDF-Sendung „Die Anstalt“, die in dieser Woche ein ziemlich treffendes Bild des mafiösen deutschen Autowahnsinns zeichnete und am Ende der Sendung, nachdem ein ehemaliger Titanic-Redakteur vom Tod seiner Schwester und deren 14-jähriger Tochter durch einen Raser-Auffahrunfall berichtet hatte, ein Zitat von Poschardt verlas:

“ (…) so finden sich unter den Freunden des Tempolimits Bahnfreunde, Entschleunigte und jener Teil des Moralestablishments, der mit seinen armseligen Kisten schon heute auf der Überholspur auf Einhaltung der Richtgeschwindigkeit dringt, auch um ungeduldigere Menschen auf das eigene, mittelmäßige Tempo einzubremsen.“

(Der gesamte, unfassbar widerliche Text findet sich hier.)

Auf Facebook damit konfrontiert, bat Poschardt um genaue Angabe des Ausschnitts der Sendung, da er das gesamte Ansehen solch „reaktionären Wutbürgerlärms“ nicht aushalte.


Schreibe einen Kommentar